Curling in Las Vegas

In dieser Saison fand die Weltmeisterschaft im Curling in Las Vegas statt. Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Sportart wurde dieses große Ereignis in der für ihre Casinos weltberühmten Stadt im US-Bundesstaat Nevada ausgetragen. Die Teilnehmer waren begeistert, doch für manche bedeutete der Austragungsort auch ein Zuviel an Ablenkung von ihrer Sportart.

Die Sportart betritt mit dieser neuen Art der Vermarktungsstrategie ein neues Terrain. Alle vier Jahre erscheint Curling bei Olympischen Winterspielen auf dem TV-Bildschirm und begeistert die Zuschauer. Danach verschwindet sie üblicherweise wieder in der Versenkung. Doch um finanziell überleben zu können, müssen Sponsoren her. Las Vegas konnte dafür beste Voraussetzungen bieten.

Im Finale besiegte das Team aus Schweden den bisherigen Weltmeister Kanada. Die Kanadier waren verständlicherweise enttäuscht. Die Weltmeisterschaft findet jährlich statt, fast jedes zweite Jahr in Kanada. Das kanadische Publikum ist weltweit das größte in dieser Sportart, eine Million Kanadier sind selbst leidenschaftliche Curler. Außerhalb Kanadas kamen oft Austragungsorte zum Zuge, die auch von anderen Wintersportarten bekannt sind, beispielsweise im Norden der USA, Schottland, Schweden und die Schweiz.

Vor fünf Jahren hatte Jon Killoran den Einfall, die Eissportart in der Wüste auszutragen. Er erntete viel Spott für seine Idee und viele hielten es schlichtweg für einen Scherz. Die “Reno Tahoe Winter Games Coalition”, deren CEO Killoran ist, wirbt für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2026 am Lake Tahoe, in einem der beliebtesten Skigebiete der Vereinigten Staaten. Es gelang ihm tatsächlich, die nordamerikanischen Curling-Meisterschaften bereits dreimal in Las Vegas stattfinden zu lassen.

Die USA erleben derzeit einen Curling-Boom, insbesondere nachdem das amerikanische Team bei der Olympiade in Pyeongchang die Goldmedaille in dieser Sportart gewann. Laut Killoran hat sich Las Vegas inzwischen zu einer Curling-Oase entwickelt, die nicht nur Fans aus den USA und Kanada, sondern auch aus Europa anlockt. Die Kombination zwischen der Spielerstadt in der Wüsten und dem Wintersport scheint zu funktionieren.