Russisches Doping beim Curling in Pyeongchang

Bei den letzten Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ist Russland abermals mit einem Dopingvorfall in die Schlagzeilen gekommen. Dies nicht etwa bei einer Ausdauersportart wie dem Skilanglauf oder der nordischen Kombination, wo Dopingvergehen in früheren Jahren an der Tagesordnung waren, sondern ausgerechnet bei der relativ neuen olympischen Disziplin Curling.

Alexander Kruschelnizki, der gemeinseam mit seiner Frau Anastassija Brysgalowa die Bronzemedallie im erstmals ausgetragenen Mixed-Wettbewerb der Curler gewonnen hat, ist die Einnahme von einer verbotenen Substanz (Meldonium) in der A-Probe nachgewiesen worden. Der Olympiateilnehmer hat daraufhin seine Akkreditierung zurückgegeben und das olympische Dorf verlassen. Es wurde ein Verfahren des Internationalen Sportgerichtshofes CAS, genauer gesagt der Anti-Doping-Divisioin, eingeleitet.

Die russischen Teilnehmer durften bei der Olympiade in Pyeongchang ohnehin nur unter neutraler Flagge und unter Verzicht der eigenen Hymne teilnehmen, da wegen des systematischen Dopingbetrugs bei den Olympischen Spielen in Sotschi vier Jahre zuvor das Nationale Olympische Komitee Russlands vom IOC suspendiert wurde.

Der Curlingtrainer von Russland, Sergej Belanow, dementierte den Dopingverdacht gegen Kruschelnizki. Auch die Teamkollegin Kurschelnizkis, Viktoria Moissejewa konnte nicht glauben, dass eine Dopingsperre über ihren Kollegen verhängt wurde. Keiner hätte je gedacht, dass so etwas ausgerechnet im Curling möglich ist und das dadurch eine Bronzemedaille aberkannt wird.

Natürlich fragte sich auch die Weltpresse, warum ausgerechnte ein Curler auf Dopingmittel zurückgreift. Man spricht vom skurrilsten Dopingfall in der Geschichte der Olympischen Spiele. Gerade Curling ist eine Sportart, der eher Hobbycharakter zugeteilt wird, weil nicht Ausdauer oder Kraft zählen, sondern Strategie, Konzentration und ein ruhiges Händchen notwendig sind.

Das eingesetzte Mittel, Meldonium, gilt als Medikament für Herzerkrankungen, doch der fünfundzwanzigjährige Kruschelnizki ist nachgewiesenermaßen gesund. Nachdem in den vergangenen Jahren bereits dutzende Dopingfälle mit genau dieser Substanz aufgefallen waren, kann niemand verstehen, warum ein Sportler bei den Olympischen Spielen dieses Mittel weiterhin verwendete. Selbst dem Tennisstar Maria Scharpowa hatte Meldonium eine 15-monatige Sperre eingebracht.

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